4. Wirbelsäulentagung im Medizinischen Zentrum Bad Vigaun

| 21.05.2016

Das Sacro-Iliacal-Gelenk verbindet das Becken mit der Wirbelsäule. Wenn es um Rückenschmerzen geht, dann findet dieses Gelenk in Diagnose und Therapie oft zu wenig Beachtung. Die 4. Wirbelsäulentagung des Medizinischen Zentrums Bad Vigaun widmete sich am 21. Mai 2016 dieser "Terra Incognita".

Rund ein Viertel aller Rückenschmeren haben ihre Ursache im Kreuz-Darmbein-Gelenk, das auch unter Sacro-Iliacal-Gelenk bekannt ist. Für die Betroffenen ist es manchmal schwer,  Schmerzen, die von diesem Gelenk ausgehen, von jenen bei der Abnützung des Hüftgelenks oder bei Problemen in der Lendenwirbelsäule zu unterscheiden. Oft sind es auch mehrere Regionen, die betroffen sind und gleichzeitig behandelt werden müssen. Auch bei Medizinern steht das SI-Gelenk bei der Diagnose und Therapie manchmal etwas im Schatten. "Das Sacro-Iliacal-Gelenk - Terra Incognita?" lautete deshalb das Thema der diesjährigen Wirbelsäulentagung des Medizinischen Zentrums Bad Vigaun. Die Tagung fand am 21. Mai 2016 statt und wurde gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie veranstaltet.

Einblick in Diagnose, Behandlung und Therapie einer Terra Incognita
"Das Sacro-Iliacal-Gelenk wird leider oft nicht oder nur sehr wenig beachtet", konstantiert Dr. Helmut Hiertz, Facharzt für Neurochirurgie im Medizinischen Zentrum Bad Vigaun und Organisator der Veranstaltung. Mit der Wirbelsäulentagung will er deshalb Orthopäden, Neurochirurgen, Unfallchirurgen, Physikalische Mediziner, Allgemeinmediziner und Physiotherapeuten für das Thema sensibiliseren. Als Referenten (* Namenzuordnung siehe unten) konnten renommierte Mediziner aus dem In- und Ausland gewonnen werden. So beleuchten Experten aus den USA, aus Frankreich, Deutschland und Österreich das breite Spektrum von der Anatomie über Biomechanik, Traumatologie bis hin zu modernen konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten. Unter anderem referierten der Wirbelsäulenchirurg Univ. Prof. Dr. Jean-Charles Le Huec von der Universitätsklinik Bordeaux, der US-amerikanische Orthopäde Dr. John Stark, sowie die US-amerikanische Neurochirurgin Prof. Dr. Sonia Eden und Dr. Volker Fuchs von der Ameos Klinik Halberstadt.


Bei Problemen mit dem Sacro-Iliacal-Gelenk haben die Patienten meist im unteren Rückenbereich Schmerzen, die in den Oberschenkel, die Leiste und das Gesäß ausstrahlen können. Typisch ist, dass sich die Schmerzen beim Sitzen oder Stehen verstärken. Nach einer umfassenden Diagnose mit bildgebenden Verfahren steht zuerst eine konservative Behandlung mit Schmerzmitteln, gezielten Infiltrationen, Heilgymnastik oder dem Tragen eines speziellen Mieders im Vordergrund. Greift das nicht, ist eine Operation mit der Versteifung des Sacro-Iliacal-Gelenks zu überlegen. "Nach einer Operation kommt es erfahrungsgemäß bei 75 Prozent der Patienten zu einer deutlichen Schmerzverbesserung", sagt Hiertz. Ihm geht es auch darum, den Blick auf die Gesamtsituation des Patienten zu schärfen. So gehen Schmerzen, die nach Operationen der Lendenwirbelsäule auftreten, oft vom Sacro-Iliacal-Gelenk aus. Deshalb sollte auch vor einer Versteifung der Lendenwirbelsäule das Sacro-Iliacal-Gelenk eingehend geprüft werden.

An der Veranstaltung im Medizinischen Zentrum Bad Vigaun, die sich in den vergangenen Jahren unter Medizinern als bedeutende Plattform des Wissenstransfers etablieren konnte waren 110 Teilnehmer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.
"Wenn es gelingt, dass das Sacro-Iliacal-Gelenk bei Rückenproblemen stärker im Fokus steht, kann das ein sehr wichtiger Beitrag zur besseren Lebensqualität betroffener Patienten sein", ist Hiertz überzeugt.


Rückfragehinweise:

Dr. Helmut Hiertz
Facharzt für Neurochirurgie
Medizinisches Zentrum Bad Vigaun
Karl-Rödhammer-Weg 91
5424 Bad Vigaun
Tel.: 06245/8999-622
Mail: helmut.hiertz@badvigaun.com
www.badvigaun.com


* Referentenfoto: Referenten v.l.n.r.: Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Sarahrudi, Dr. Kammal, Univ. Prof. Dr. Le Huec, Dr. Stark, Dr. Fuchs, Prof. Eden, Dr. Laupichler, Dr. Hiertz, Univ. Doz. Lack, Prim. Univ. Doz. Ivanic, Prim. Dr. Hutt, Prim iR HR Dr. Ramach)

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